Drücke "Enter", um den Text zu überspringen.

Das Ziel deiner Figur!

Der Protagonist hat ein konkretes Ziel, das mit dem Plot verknüpft ist. Das Ziel zu verfolgen ist die Haupthandlung des Romans. Der Leser fiebert mit, er will wissen, ob es die Figur es schafft. Doch damit die Figur trotz aller Konflikte und Hindernisse für dieses Ziel kämpfen will, braucht sie einen triftigen Grund hat. Das ist die Motivation.

Unserer Figur hat das Ziel, einen Einser-Durchschnitt im Abitur zu haben. Doch warum will sie gute Noten haben? Um sich an der Uni bewerben zu können? Um es sich selbst zu beweisen? Um die Eltern zufriedenzustellen? Und welches Bedürfnis steckt hinter dem Warum, hinter dieser Motivation? Wünscht sich die Figur vielleicht bloß die Anerkennung und Liebe der Eltern (jupp, sehr klischeehaft, funktioniert aber immer wieder)?

Es gibt Bedürfnisse, die nach außen getragenen werden: Die Figur steht offen dafür, und die Mitmenschen bekommen ihre (Lebens-)Einstellung mit. Den inneren Bedürfnissen hingegen sind sich die Figur oft selbst nicht einmal bewusst.

Besonders interessant wird es, wenn sich die Ziele und Bedürfnisse widersprechen.

Nehmen wir die Figur von oben und nennen sie … Amelia. Amelia ist nun eine erwachsene Karrierefrau. Durch ihre Eltern geprägt, ist ihr Leistung sehr wichtig, denn wie will anerkannt werden (Bedürfnis). Sie kämpft, um im Job aufsteigen (Ziel). Ihr Mann will sie verlassen (Konflikt), weil er damit nicht klarkommt, dass sie mehr als er verdient – noch schlimmer – seine Chefin geworden ist. Zudem sind ihre Kollegen männlich, und sie hat mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass eine Frau nicht für diesen Job geschaffen wäre (Konflikt). Sie will es den Kollegen beweisen (Motivation), müsste dafür aber ihre kleine Tochter den ganzen Tag in der Kita lassen. Ferner möchte Amelia ihren Eltern zeigen (Motivation), dass sie sowohl Karriere machen kann, als auch eine gute Mutter sein. Beides hängt wieder mit dem Bedürfnis nach Anerkennung zusammen.

Wenn ihr euch eine Figur mit verschiedenen und scheinbar widersprüchlichen Zielen baut und diese mit dem Plot verwebt, werdet ihr neben einer rasanten Geschichte auch noch eine Figur mit Konflikt und Entwicklungsmöglichkeiten haben.

 

Ziel, Konflikt, Motivation und Bedürfnis sind die Spitze des Eisbergs. Im Artikel „Wie man Figuren mit Tiefe baut“ erfahrt ihr, wie diese Punkte miteinander verknüpft sind und welche Bestandteile für die Komplexität eines Charakters benötigt werden.

Ähnliche Beiträge

5-Akt-Struktur oder Die Wichtigkeit der Wendepunkt... Im Kompasskurs II „Der Plot“ haben wir die 3-Akt-Struktur mit dem Anfang, der Entwicklung und dem Ziel kennengelernt. Im ersten Akt wird die Hauptfigur eingeführt und ihre Welt beschrieben. Im zweiten...
7-Punkt-Struktur oder Die richtige Fallhöhe Wir haben uns langsam an das Plotting herangetastet. Die 3-Akt-Struktur besteht ganz simpel aus Anfang, Entwicklung und Ende. Bei der 5-Akt-Struktur haben wir die Wendepunkte zu eigenen Akten gemacht,...
Aktions-Reaktions-Prinzip (Scene-Sequel nach Dwigh... Die meisten von euch werden dieses Phänomen kennen. Ihr liegt abends im Bett und wollt eigentlich nur ein paar Seiten eures aktuellen Romans lesen … und plötzlich ist es fünf Uhr morgens, ihr bekommt ...
Der Antagonist Ohne antagonistische Kraft gibt es keinen Konflikt und somit keine Geschichte. Der Antagonist ist mit dem Protagonisten die wichtigste Figur. Denn der Konflikt einer Geschichte entsteht nur dadurch, ...

Schreibe als Erster einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.